Regionale Produktionen fördern statt mehr LKW-Verkehr

Regionale Produktionen fördern statt mehr LKW-Verkehr

Wie die Welt berichtet, fehlen aktuell bis zu 60.000 Lastkraftfahrer. Bis 2030 könnten es sogar 150.000 Fahrer fehlen. Ein Grund des Fahrermangels sei das Ende der Wehrpflicht. Die Bundeswehr bildete jährlich rund 17.800 LKW-Fahrer aus. BGL-Vorstandssprecher Dirk Engelhardt warnt: „Wir sind kurz vor dem Versorgungskollaps.“

Silke Grimm, verkehrspolitische Sprecherin, kommentiert:

„Über Jahrzehnte wurde das Berufsbild Lastkraftfahrer vernachlässigt. Speditionen haben nicht investiert, sondern gespart und Billiglöhne gezahlt. Der kurzfristig erzielte Gewinn wird nun durch langfristige Investitionen wieder aufgefressen.
Zudem hat sich die Logistikbranche verändert. Die LKW sind fahrende Lager auf der Autobahn geworden, die unter hohem Termindruck arbeiten. Fragwürdige Transporte durch ganz Europa finden statt. All das trägt zum Negativimage des Fernfahrers bei.

Die Politik und das Transportwesen müssen umdenken, um den zu erwartenden Fahrermangel auszugleichen. Das bedeutet: regionale Warenkreisläufe stärken, um lange Transportwege zu vermeiden. Halbfertige Produkte sollen nicht quer durch Europa gefahren, sondern vor Ort verarbeitet werden. Dies stärkt die Wirtschaft im ländlichen Raum, verringert den Fernverkehr und die Autobahnnutzung. Zudem entlastet ein geringeres Verkehrsaufkommen die Natur und trägt zum Naturschutz bei.

Hinzu kommt die Digitalisierung in der Logistikbranche, deren Entwicklung wir heute nur erahnen können. Daher halte ich die Aussagen vom Vorstandsprecher des Bundesverbandes Güterverkehr Logistik und Entsorgung (BGL) für übertrieben, muss aber zustimmen, dass wir einen Fachkräftemangel im Transportwesen haben.“

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