Ivo Teichmann – Rede im Landtag vom 29.09.2021

 

Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrte Kollegen! Ohne Waldumbau wird es teuer. Wald-, Forst- und Holzwirtschaft zukunftsfähig zu machen, das ist gerade auch das Anliegen unserer AfD-Fraktion. Wir Konservativen (Auflachen des Abg. Valentin Lippmann, BÜNDNISGRÜNE) möchten unseren Heimatwald erhalten. Die Zeit drängt, und ich denke, auch vielen hier im Saal ist gar nicht bewusst, wie sehr die Zeit drängt. Wenn Sie sich dessen tatsächlich bewusst wären, würden Sie nicht mehr so weitermachen wie bisher. Auch unter dem GRÜNEN-Minister Günther hat sich nicht viel geändert und ich sage Ihnen – und ich bin selbst ein Betroffener, ich bin Waldbesitzer und Vorsitzender einer Forstbetriebsgemeinschaft, eines Zusammenschlusses von kommunalen, kirchlichen und privaten Waldbesitzern in der Sächsischen Schweiz; ich weiß also von was ich rede -: Ein „Weiter so!“ darf es nicht geben. Es ist schon schlimm genug, wenn wir beispielsweise im Nationalpark mehr oder weniger tatenlos zusehen mussten, wie der Borkenkäfer nicht bekämpft wurde und die angrenzenden kommunalen und privaten Waldbesitzer mit dem zunehmenden Schadensbild in ihren Wäldern zurechtkommen mussten. Es macht uns große Sorge, was mit unseren Heimatwäldern, insbesondere den Nadelholzbeständen, passiert. Aber wie können wir dem jetzt begegnen? Wir können dem mit drei, vier wesentlichen Überlegungen viel entschiedener begegnen, als dies bisher der Fall ist. Wir machen Ihnen dazu konkrete Vorschläge und haben dazu einen Vorschlag eingebracht, den Sie im EDAS bereits nachlesen können. Wir fordern für Sachsen ein sächsisches Fortbildungszentrum für die 80 000 Waldbesitzer. Wir haben circa 80 000 private Waldbesitzer in Sachsen, die mit der Situation im Wald leider zunehmend überfordert sind – überfordert sowohl finanziell als auch fachlich. Die fachliche Fortbildung der Waldbesitzer – nämlich das Richtige zu tun auf ihren Flächen – ist zwingend geboten und notwendig. Ein weiterer wichtiger Aspekt ist- und hier möchte ich ausdrücklich meinem Vorredner von den GRÜNEN Herrn Zschocke widersprechen – Es wäre an der Zeit, den Waldbesitzern mehr gesellschaftliche Wertschätzung und Anerkennung entgegenzubringen als bisher-und da hat Herr Kollege von Breitenbuch ja ein Stück weit meine Auffassung mitgetragen. Es ist wichtig, dass man nicht wie selbstverständlich erwartet, dass die Waldbesitzer viele gesellschaftliche Funktionen einfach gratis erbringen, sondern beispielsweise aus der CO2-Umlage einen gewissen Obolus auch an die Waldbesitzer zu geben, um deren finanzielle Kraft für die anstehenden Aufgaben zu stärken. Die Eigenmittel sind bei den meisten Waldbesitzern verbraucht – das ist Fakt –, weil sie aus den Waldflächen keinen nennenswerten wirtschaftlichen Erlös mehr erzielen können. Für die künftigen Jahre wird sich die Situation weiter dramatisieren, weil jeder, der etwas Ahnung von Waldbewirtschaftung hat, weiß, dass gerade die Fichte der „Brotbaum“ ist. Mit der Fichte, mit dem Nadelholz, konnte der Waldbesitzer seine Ausgaben decken. Das wird er in den nächsten Jahren zunehmend weniger können. Das ist ein offenes Geheimnis und dem müssen wir uns letztendlich stellen. Ein weiterer Gesichtspunkt, Herr Günther – und da appelliere ich noch einmal ganz besonders an Ihr Haus -: Stärken Sie die Forstbetriebsgemeinschaften! Die vorhandenen Forstbetriebsgemeinschaften in Sachsen müssen gestärkt und vor allen Dingen erhalten werden. Die Forstbetriebsgemeinschaften sind diejenigen, die die Waldbesitzer vor Ort beraten, unterstützen und überhaupt die Ertüchtigung unserer Wälder ermöglichen werden. Die Dienstleister sind dazu definitiv nicht in der Lage. Wenn es uns nicht gelingt, gemeinsam mit den FBG und einem sächsischen Fortbildungszentrum die 80 000 Waldbesitzer in die Lage zu versetzen, konkret auf ihren – teilweise sehr kleinflächig strukturierten- Flächen aktiv im Sinne eines zukunftsfähigen Waldbestandes aktiv zu werden, dann sehen wir hier in Sachsen im wahrsten Sinne des Wortes schwarz. Die Waldbesitzer brauchen unsere Hilfe. Es geht eben nicht darum, nur eine Förderrichtlinie fortzuschreiben – so wie es aktuell auch wieder erfolgt ist. Das ist zwar ein Schritt in die richtige Richtung, aber letztendlich nur ein Tropfen auf den heißen Stein, weil grundlegend etwas passieren muss. Ich danke für Ihre Aufmerksamkeit. (Beifall bei der AfD) Präsident Dr. Matthias Rößler: Vielen Dank. Wir hörten gerade Herrn Kollegen Teichmann für die AfD-Fraktion.

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